© Theater DAS BAUMANN, Rüdiger Baumann 2020

Hotel zu den zwei Welten

Hotel zu den zwei Welten
von Eric-Emmanuel Schmitt
Es geht in dem Stück um den Wert des Lebens. Über den machen sich die Besucher des Hotels besonders intensiv Gedanken, denn dieses Haus ist außergewöhnlich. Die Gäste befinden sich in einem Zustand zwischen Leben und Tod. Ihre Körper liegen auf der Erde im Koma. Ihr Geist und ihr Bewusstsein sind in einer Zwischenwelt - im Hotel zu den zwei Welten eben. So unterschiedlich, wie die Lebens- und Krankheits- oder Unfallgeschichten der Personen sind, so überraschend (oder auch nicht?) sind ihre Einstellungen. So halten materieller Reichtum und Erfolg Julien nicht von Depression und Lebensüberdruss ab. Ausgerechnet die seit Kindheit todkranke Laura kostet das Leben in jeder Sekunde aus. Der scheinbar leichtfüßige Magier Radschapur war früher ein erfolgreicher Handelsvertreter, dessen Leben eine tragische Wendung erfuhr. Die Putzfrau Marie hätte gern mehr von ihrem Herzen geschenkt, hätte es jemand gewollt. Nur der Präsident Delbec erfüllt alle erwartbarem Klischees. Als erfolgreicher Unternehmer und gestandenes Mitglied im Panther's Club sieht er sich über allen anderen stehend und findet es empörend, in diesem Hotel von Dr. S. nicht als First Class Patient behandelt zu werden. Seine Wahrheit, seine Werte, seine Gerechtigkeit macht er selbst und lebt(e) so in einem in sich völlig stimmigen Universum.